CO₂, Diode, Faser, MOPA oder UV — welche Lasertechnologie passt?
„Welcher Laser ist der beste?“ ist die falsche Frage — entscheidend ist, was Sie damit bearbeiten wollen. Die Wellenlänge der Strahlung bestimmt, welche Materialien ein Laser überhaupt sinnvoll bearbeiten kann. Dieser Überblick ordnet die fünf gängigen Technologien ein, damit Sie die Vorauswahl treffen können, bevor es ins Detail geht.
Warum die Wellenlänge alles entscheidet
Ein Laser bearbeitet Material, indem das Material seine Strahlung absorbiert und sich dabei erhitzt. Ob ein Material die Strahlung absorbiert oder durchlässt bzw. reflektiert, hängt von der Wellenlänge ab. Genau deshalb kann ein Laser, der Holz mühelos schneidet, an blankem Metall scheitern — und umgekehrt.
Für die Praxis heißt das: Erst das Material und die Anwendung festlegen, dann die Technologie. Wer beides vermischt, kauft leicht am Bedarf vorbei.
CO₂-Laser (10.600 nm)
Der Allrounder für organische und viele nichtmetallische Materialien. CO₂-Laser schneiden und gravieren Holz, Acryl, Papier, Leder, Stoff, Gummi und Glas (gravieren). Für dickere Schnitte in Acryl und Holz sind sie die erste Wahl.
- Stark bei: Acryl, Holz, Leder, Papier, Textil, Glasgravur
- Schwach bei: blanken Metallen (Markierung nur mit Zusatzmittel)
- Typische xTool-Geräte: P2/P2S, P3
Diodenlaser (meist ~445 nm, blau)
Kompakt, günstig und vielseitig im Einstieg. Diodenlaser gravieren Holz, Leder und beschichtete Metalle und schneiden dünnere Materialien. Sie sind langsamer als CO₂ bei dicken Schnitten, dafür platzsparend und oft modular.
- Stark bei: Holzgravur, Lederbrand, beschichtete/eloxierte Metalle
- Schwach bei: dicker Acrylschnitt, transparentes Material
- Typische xTool-Geräte: S1 (Diode), M1 Ultra (Diode + Klinge)
Faserlaser (1064 nm)
Der Spezialist für Metall. Faserlaser markieren, gravieren und schneiden Metalle und viele Kunststoffe und sind sehr schnell und langlebig. Für Typenschilder, Werkzeug- und Schmuckgravur auf Metall sind sie der Standard.
- Stark bei: Metallmarkierung/-gravur, Edelstahl, Aluminium, viele Kunststoffe
- Schwach bei: Holz/Acryl-Schnitt (dafür nicht gedacht)
- Typische xTool-Geräte: F1 Ultra, F2 Ultra
MOPA-Laser (1064 nm, gepulst regelbar)
Eine Weiterentwicklung des Faserlasers mit einstellbarer Pulsdauer. Dadurch sind Farbmarkierungen auf Edelstahl, kontrastreiche Markierungen auf eloxiertem Aluminium und feinere Ergebnisse möglich. MOPA ist die Wahl, wenn es auf anspruchsvolle, hochwertige Metallmarkierung ankommt.
- Stark bei: Farbmarkierung Edelstahl, Schwarzmarkierung Alu, feine Details
- Mehrwert gegenüber Standard-Faser: regelbare Pulsdauer
UV-Laser (355 nm)
Der UV-Laser arbeitet mit „kalter“ Bearbeitung: Statt das Material thermisch zu verbrennen, trennt er Molekülbindungen auf. Das ermöglicht extrem feine, verbrennungsarme Markierungen auf empfindlichen Materialien wie Glas, Kunststoffen und Beschichtungen — dort, wo andere Laser Hitzeschäden hinterlassen würden.
- Stark bei: Glas, empfindliche Kunststoffe, feinste Markierungen ohne Hitzeschaden
- Einsatz: hochwertige Produktkennzeichnung, Elektronik, Verpackung
So treffen Sie die Vorauswahl
Organische Materialien und Acryl → CO₂. Einstieg und Holzgravur → Diode. Metall → Faser, anspruchsvolle Metallmarkierung → MOPA, empfindliche Materialien ohne Hitze → UV. Wer mehrere Materialwelten abdecken will, kombiniert (z. B. ein geschlossenes System mit wechselbaren Modulen).
Im Zweifel lohnt der Materialtest: Wir testen Ihr konkretes Material auf der passenden Maschine und liefern belastbare Parameter, statt aus dem Datenblatt zu versprechen.